Werne, März 2026. Ich stehe auf einem Betriebsgelände, trage eine Warnweste über dem Janker und halte ein Smartphone in der Hand. Neben mir: Robin. Er erklärt mir gerade, wie aus meiner Pfandflasche ein Baustellenrohr wird – und er leuchtet dabei. Das ist der Moment, für den ich diese Social Media Workshops für Firmen mache.
Aber von vorne!
Alles hat mit einer Jacke angefangen. Am 19. September 2025 (Bild unten) stand ich beim DIHK-Netzwerktag „Business Women IHK“ in München auf der Bühne, um über digitale Sichtbarkeit im Mittelstand zu sprechen. Danach kam Adelheid aus dem Publikum auf mich zu, die Inhaberin von RCS in Werne: „Erst das Oberflächliche: Die Jacke hab ich gestern hier in der Stadt gesehen. Dir steht sie viel besser!“ Wir haben herzlich gelacht. Und da ich im Ruhrgebiet aufgewachsen bin, war da auch gleich ein „Bonding“. Dann: „So, jetzt das Geschäftliche: Würdest du auch zu uns nach Werne kommen für einen Social Media Workshop?“. Na klar!

Gesagt, getan. Im März war es so weit: Zwei Tage Social Media Workshop direkt bei RCS in Werne. RCS ist ein Familienbetrieb mit Geschichte: Damals ist der Senior mit dem Laster durch Werne gefahren und hat Pappe eingesammelt. Heute ist daraus eine moderne Unternehmensgruppe für Entsorgung und Recycling geworden.
Wenn Posts aussehen wie Flyer
Die Menschen bei RCS brennen für ihr Unternehmen, es ist wie eine große Familie. Das habe ich auch direkt gemerkt, als ich im Unternehmen war.
Doch wie mach man sichtbar was 250 Menschen täglich leisten?
Die Basis auf Social Media war super und es steckte viel Herzblut drin, aber die Posts wirkten teils wie Flyer. Es fehlte das echte Leben. Im Social Media Workshop haben wir deshalb genau hier angesetzt: Weg von zu starren Bildern, hin zu echtem Storytelling.
Und man darf dabei nicht vergessen, wie stark Social Media als Werkzeug für die Arbeitgebermarke ist. Unterschätzt, aber enorm wirkungsvoll: sowohl für neue potenzielle Mitarbeiter als auch für die bestehenden Teams, die hier eine Stimme bekommen, Updates sehen und miterleben, was die Kollegen leisten.
Von der Chefin bis zur Praktikantin – alle an einem Tisch
Im Workshop passierte etwas, was ich jedes Mal wieder phänomenal finde: Alle saßen an einem Tisch. Und wenn ich alle sage, meine ich alle. Von Chefin Adelheid über Prokuristin Marion (seit 30+ Jahren dabei!) bis zu den 15-jährigen Schülerpraktikantinnen.
Ich checke vor einer Zusammenarbeit immer alles – Web-Check, Social-Media-Analyse, Kundenfragebogen – und baue daraus eine Präsentation. Aber im Workshop hieß es erst mal: Präsentation aus. Stattdessen starteten wir mit einer ausgedehnten Vorstellungsrunde: Wer seid ihr? Wie nutzt ihr Social Media privat?
Dabei wurde echtes Reverse Mentoring gelebt: Die jungen Praktikantinnen und Azubis haben gezeigt, wie sie Content konsumieren, während die Erfahrenen das tiefe Unternehmenswissen beigesteuert haben. Und in diesem Austausch kam etwas heraus, das mich immer wieder überrascht: Die Azubis stehen beim Reels-Produzieren manchmal vor verschlossenen Türen. Chefin Adelheid wusste das nicht.
Genau dafür ist so ein Rahmen gut: Zuhören, Barrieren abbauen, Sensibilität für das Thema Social Media im Unternehmen schaffen. Sichtbarkeit beginnt immer innen.
Was ein Social Media Workshop für Unternehmen im Mittelstand wirklich bringt
Theorie ist wichtig, aber echte Sicherheit entsteht erst durch das Umsetzen. Nach der Strategie-Runde sind wir deshalb direkt zum Machen übergegangen. Wir haben uns die Technik angeschaut: Wie filme ich andere mit dem Smartphone so, dass Spannung entsteht? Wie funktioniert Storytelling in Texten, Bildern und Videos? Und wie spreche ich sicher vor der Kamera?
Dann ging es raus auf das Gelände, in Zweiergruppen, mit einem klaren Plan.
- Der Wunsch der Jüngeren: Fun-Reels.
- Der Wunsch aller: Das Unternehmen und die Menschen dahinter sichtbar machen. Aufklären, was bei RCS eigentlich passiert. Aufklärung zum großen Thema „Abfall“ leisten.
Wir haben direkt vor Ort produziert, geschnitten, vertont und untertitelt. Inklusive des wichtigen Checks: Was darf gezeigt werden – und was nicht? Das Ergebnis: Jedes Team hatte am Ende ein bis zwei fertige Content-Pieces im Kasten.
Das ist das Ziel meiner Social Media Workshops: Dass die Teams nicht mit einer langen Aufgabenliste nach Hause gehen, sondern mit fertigen Ergebnissen und dem Wissen: Wir können das!





Der „Robin-Moment“: Wenn Mitarbeiter sprudeln
Aber zurück zu Robin! Mein Highlight ist immer der Moment, in dem Mitarbeiter merken, dass sie eine Geschichte zu erzählen haben. Das ist toll! Bei RCS war das der „Robin“-Moment. Bitte nicht falsch verstehen: Die ganze Gruppe war voller Energie, alle haben gesprudelt und hatten die tollsten Ideen! Was ich mit dem Robin-Moment ausdrücken möchte, ist dieses tiefe, fachliche Leuchten.
Robin hat bei RCS gelernt, ist heute selbst Ausbilder und lebt für sein Thema. Er kennt das Unternehmen von der Pike auf. Wenn man ihn „anknipst“, sprudelt das Expertenwissen förmlich aus ihm heraus. Er führt mich durch die Hallen und erklärt mir mit leuchtenden Augen, wie aus meiner Pfandflasche eine neue Flasche und Baustellenrohre werden.
In diesem Moment wird Robin zur Quelle. Das schlägt jede Hochglanz-Strategie.
Diese Menschen gibt es in jedem Unternehmen. Man muss ihnen nur den Raum und das Handwerkszeug geben, um dieses Wissen souverän vor die Kamera zu bringen.

Sichtbarkeit ist Chefsache – und das meine ich ernst.
Ich bin fest davon überzeugt: Sichtbarkeit im Mittelstand bedeutet nicht, das Rad neu zu erfinden oder komplizierte Corporate-Strategien zu entwerfen. Es heißt, das zu zeigen, was bereits da ist: Die Menschen. Die Orte. Das tiefe Wissen.
Dass Adelheid als Inhaberin bei unserem Social Media Workshop aktiv mit am Tisch saß, war für mich weit mehr als eine Teilnahme. Es ist ein Zeichen von Wertschätzung für das Team. Ud es setzt ein klares Signal: Sichtbarkeit ist Chefsache.
Jedes Unternehmen hat seinen Robin. Die Frage ist nur, ob er je die Chance bekommt, vor die Kamera zu treten. Genau dafür bin ich da. Und das liebe ich!

Vielen Dank an dieser Stelle an das gesamte Team von RCS. Die zwei Tage mit euch waren großartig und haben mir riesigen Spaß gemacht! Danke für eure Offenheit, mit der ihr mich willkommen geheißen, mir alles gezeigt und so motiviert mitgemacht habt. Bis bald!